Hilfe zur Selbsthilfe
Reisebericht 2008
Diese Reise war längst überfällig, da sonst drei spätestens vier Jahre zwischen den einzelnen Besuchen geplant waren. Der letzte Besuch sollte im Jahr 2006 stattfinden, konnte aber aufgrund des plötzlichen Todes meiner Mutter und der damals 1. Vorsitzenden Beate Müller, nicht durchgeführt werden. So gingen die Jahre ins Land bis mein Vater und ich in der Lage waren zu reisen.

Im Nachhinein ist es auch sehr wichtig gewesen, als neue Vorsitzende des Vereins alle Menschen persönlich kennenzulernen, mit denen man nur via Email Kontakt hatte. Ich hoffe, dass die Reise dazu beigetragen hat, die Kontakte zu intensivieren.

Ich habe viele Erfahrungen gemacht, die mir im Umgang mit meiner Vereinsarbeit helfen, nicht gleich aufzugeben, wenn die Kommunikation mal nicht klappt, nicht gleich aufzugeben, wenn das Motivationsfressmonster kommt, sondern weiterzumachen. Weiterzumachen für die Menschen, die sich dort anstrengen, um Kindern und Mitmenschen ein besseres Leben zu ermöglichen.

Bei meinem ersten Besuch in Malawi hatte ich das Fliegen nicht vertragen. Und so machte ich mir mal wieder Gedanken darum, ob ich die einzige Person auf dem Flug sein würde, der es nicht gut geht. Kaum am Flughafen angekommen, war ich die Ruhe selbst, ob ich es den Reisetabletten zu verdanken habe oder höhere Mächte im Spiel waren, wer kann es sagen. 21 Stunden unterwegs. Von Frankfurt/Main nach Amsterdam, dann nach Aufenthalt von Amsterdam nach Nairobi, nach Aufenthalt von Nairobi über Lusaka nach Lilongwe. Puh. Endlich da.

aktueller FlugpunktNachtaussichtSonnenaufgang

Kaum in Malawi angekommen, die Koffer geholt und Geld getauscht, sehen wir unsere alten Freunde, den ehemaligen Botschafter Malawis in Deutschland, Mr. Chiwaula, und seine Frau. Sie bringen uns in unser Motel. Nach kurzem Aufenthalt in Lilongwe geht es mit einem Fahrer nach Blantyre, um Joyce Kaunda zu besuchen. Ein Tagesausflug zum Berg Mulanje, vorbei an Teeplantagen, war in unserem Zeitplan möglich, und so fuhren wir dorthin, um zu sehen wo es so viele Bergsteiger hinzieht. Wir sammelten noch viele positive Eindrücke und nach ein paar Tagen verließen wir auch wieder Joyce, um nach Mzuzu weiterzufahren.

Papa mit Mr. ChiwaulaBei Joyce auf der TerasseTeeplantagen MulanjebergeMulanjebergeKinder überall

Auf dem Weg nach Mzuzu übernachteten wir in Salima, direkt am Malawisee. Wir besuchten eine Krokodilfarm und konnten auf dem Weg erkennen, wie in Malawi Fische transportiert werden.

SeeblickKrokodilfarmFischtransport

In Mzuzu übernachteten wir zwei Nächte lang in der Capuchin Mission, in der indische Kapuzinermönche leben, die viele erfolgreiche Projekte betreuen. So lange haben wir noch nie gefrühstückt oder zu Abend gegessen, da dies immer die Zeiten waren, in denen wir uns rege über die jeweiligen Kulturen, Religionen und Lebensarten austauschten. Danach zogen wir in das Gästehaus der anglikanischen Diöszese Nord Malawis, wo wir mit den für uns wichtigen Menschen für unsere Projekte reden konnten. Leider war Bischof Boyle nicht anwesend, da er in England für Konferenzen weilte. Die Kinder in der Umgebung waren Freude genug, solange sie sich unbeobachtet fühlten.

Capuchin Mission MzuzuAusblick Garten Diöszesespielendes Kind

Nach ein paar Tagen ging es los nach Likoma Island. Das bedeutete, nach Nkhatabay und ab auf die Ilala. Wenigstens konnte man von einem Steg einsteigen und musste nicht mit dem Beiboot zum Schiff. Jedoch ist dort die malawische Ruhe abhanden gekommen. Die Menschen versuchen als erste mit Sack und Pack, Ziegen und Hühnern auf das Schiff zu kommen und so kommt es zu Szenen, in denen Menschen über andere Klettern ohne Rücksicht auf Verluste. Gott sei Dank kamen wir ohne zu kämpfen auf das Schiff. In Likoma angekommen trafen wir viele alte Bekannte, die ehemaligen Patenkinder meiner Eltern. Wir verlebten auch schöne Tage mit einem Ehepaar aus England, den McLesters, die für eine ähnlich arbeitende Organisation auf Likoma verweilten.

Samstags mitten in der Nacht kam die Ilala, um uns wieder zurück auf das Festland zu nehmen. Regen hatten wir allerdings nicht bestellt. Nach wenigen weiteren Tagen in Mzuzu ging es wieder zurück nach Lilongwe, um rechtzeitig für unseren Rückflug vor Ort zu sein.

Wenn man in Malawi mit einem Auto unterwegs ist, dann schwebt man in ständiger Angst. Die Autobahnen (im übrigen die einzigen geteerten Straßen von Stadt zu Stadt) sind hier eher zu vergleichen mit Landstraßen. Mit Tempo 100km/h geht es die Straßen entlang, das Geräusch der Hupe ständig im Ohr, da Ziegen, Hunde, Hühner und Menschen auf das heranbrausende Auto aufmerksam gemacht werden müssen. Immer wieder kam der Gedanken, ob diese denn auch wissen, dass sie besser nicht auf der Straße sind, wenn ein Auto naht. Dazu kommen die Straßen abseits dieser Autobahnen. Sie führen über Brücken, die man zuerst gar nicht für solche gehalten hat. Wunderte man sich gerade noch über die vollbepackten Autos, LKWs und Fahrräder, steht man dann vor einem erneuten Atemanhalten.

nasse Ilalavollbepackter LKWvollbepackte Fahrräder

Brücken

Und so wie die Brücken gestaltet sind, findet man immer wieder Baugerüste, auf die es mich mit meiner Höhenangst sowieso nicht trauen würde. Bei diesen Gerüsten würden jedoch diverse andere Ängste in den Vordergrund treten.

Gerüste in Malawi

Alles in allem, war dieser Aufenthalt eine solche lange Reise Wert.
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